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Sprint Week

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Junge Frauen fördern! – Die Design Sprint Week

Menschen werden nicht mit den gleichen Voraussetzungen geboren, das ist klar. Vor allem für die Bildung und den beruflichen Werdegang spielen soziale und familiäre Voraussetzungen entscheidende Rollen. Wie kann man daran etwas ändern? Und wie können vor allem Mädchen und junge Frauen mit berufsbezogenen Projekten erreicht werden, die für gewöhnlich schlecht Zugang zu Bildungsangeboten finden? Diese Gruppe gezielt anzusprechen, ist eines der Ziele der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke. Bei der Design Sprint Week in Köln gelang es besonders gut.

 

Eigentlich ist ein Schüler*innen-Austausch offen für alle. Meist müssen sich die Interessierten bewerben, haben aber dann nahezu gleiche Chancen, ausgewählt zu werden. Doch die Probleme beginnen schon zuvor: Viele junge Menschen wissen gar nicht von den Möglichkeiten, die sich ihnen bieten – zum Beispiel, weil sie an ihrer Schule und in ihrer Stadt nicht darüber informiert werden und weil auch das familiäre Umfeld nicht genau weiß, welche Austausch-Chancen überhaupt bestehen. Wenn sie dann doch von Austauschen erfahren, gibt es immer noch die Barriere der Selbstselektion. Bin ich dafür überhaupt gut genug? Habe ich wirklich eine realistische Chance? Und was bringt mir solch ein Austausch?

Ein aktuelles Ziel der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke ist, junge Menschen, die bislang nicht von solchen Bildungsangeboten profitieren konnten, in Zukunft zu erreichen. Dies ist bei der Design Sprint Week gelungen, als sieben Mädchen aus Mardin nach Köln geflogen sind.

Bei dem einwöchigen Workshop wurden die jungen Teilnehmende in innovative digitale Arbeitsweisen eingeführt. Ein „Design Sprint“ vereint wirksame Methoden und Werkzeuge für agiles Projektmanagement und bietet eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen. So sollen Teilnehmerinnen in der Zukunft effizienter und schneller gute Ideen entwickeln können. Der Workshop wurde von der Kölner Innovations-Agentur „hack.institute“ unterstützt, die diverse Veranstaltungen für die Kreativszene organisiert.

Die Teilnehmenden konnten sich mit der Digitalszene vernetzen

Knapp zwanzig Teilnehmende, davon etwa die Hälfte aus der Türkei und die Hälfte aus Deutschland, bekamen die Gelegenheit, an diesem Workshop teilzunehmen. Sie lernten nicht nur das Projektmanagement, sondern machten auch eine Street-Art Tour und besuchten Entrepreneur- und Tech-Meetups in Köln. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, sich an diesem Ort mit der Digitalszene zu vernetzen (Co-Worker, Startups, Entwickler, Designer).

Für die sieben Mädchen aus Mardin hat sich der Weg nach Köln gelohnt – auch wenn er anfangs beschwerlich war. Denn wo fängt man an, wenn man jungen Frauen neue Versionen von ihren eigenen Fähigkeiten und ihrem eigenen Leben eröffnen möchte? Für Gülcan von der Mardin Culture Assoziation, die für die Koordinierung des Projektes mitverantwortlich war, ist der Fall klar: über die Schule. Sonst sei es sehr schwer, die Mädchen zu erreichen, sagt sie. „Am besten sollte versucht werden, die Mädchen im High-School-Alter zu erreichen: dann sind sie sowieso in einer spannenden Lebensphase. Sie denken ohnehin schon an die Zukunft“, erklärt Gülcan.

Die Schule ist also eine sinnvolle Kontaktstelle, doch fortan musste viel persönliche Arbeit geleistet werden. Ein Jahr lang haben Gülcan und Lehrerinnen die jungen Frauen auf den Austausch vorbereitet. Auch für die Familien der Teilnehmerinnen war das eine herausfordernde Situation. Nicht nur, dass womöglich tradierte Weltsichten in Frage gestellt werden mussten; die Mädchen sollten auch zum ersten Mal ins Ausland reisen. Alleine. Nach Deutschland. Da muss, jenseits der ohnehin schon bürokratischen Hürde der Visaerteilung, ein großes Vertrauen zwischen den Familien und den Projektleiterinnen geschaffen werden.

Vielleicht eröffnen sich durch den Workshop neue berufliche Perspektiven

 

Das Vertrauen konnte aufgebaut werden und die Mädchen flogen nach Köln. Beim Aufeinandertreffen der Jugendlichen war es wichtig, eine ausgeglichene Stimmung herzustellen, um über den kulturellen und fachlichen Austausch voneinander zu profitieren. Gewünscht war eine Balance zwischen Trainingsinhalten und Jugendaustausch. Wenn die Jugendlichen aufeinandertreffen, sollte jeder seine Stärken zeigen dürfen. Dadurch sollten die jungen Frauen gestärkt aus der Erfahrung hervorgehen und vielleicht neue Aspekte zu Lebenskonzepten erfahren, um auch neue berufliche Perspektiven zu erkennen.

Das hat bei den Mädchen aus Mardin geklappt. Ihre Rückmeldungen waren durchweg positiv. Vor allem vor dem Hintergrund einer zunehmend schnellen Technologisierung fast aller Berufe war die „Design Sprint Week“ für die Mädchen eine wertvolle und bereichernde Erfahrung, sagten zwei der Teilnehmerinnen. Durch den kulturellen Austausch fühlten sie sich nach dem Workshop gestärkt, für verschiedene Lebenskonzepte sensibilisiert und auch fachlich kompetenter. Das Ziel, junge Frauen anzusprechen, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und in Mardin werden die Teilnehmerinnen sicher anderen jungen Frauen von den Austauschmöglichkeiten erzählen.

Das Projekt ist Teil der Projektreihe „Continuing Unique Stories“ der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke. Die Projektreihe wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

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