Partner-Plattform

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Vielfalt, Vernetzung und Visionen – die Partnerplattform der DTJB

Bunte neonfarbene Pfeile leuchten den Teilnehmende den Weg zum Workshop-Raum. Hier, in den Räumen der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke in Düsseldorf, wird bei der sogenannten „Partner-Plattform“ auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurückgeschaut – gemeinsam mit allen Partner*innen, die Teile der Projektreihe „Continuing Unique Stories- Ideas and Networks for German-Turkish Youth Exchange“ verwirklicht haben. Doch auch der Blick nach vorn kommt nicht zu kurz. Denn ein Wunsch treibt alle Beteiligten an: Sie wollen gemeinsam Zukunft gestalten.

 

In einem Stuhlkreis kommen die Teilnehmer*innen am zweiten Tag der Partner-Plattform zusammen und bereits bei einem Blick in die Runde wird ihre Vielfalt sichtbar: Teilnehmer*innen aus der Türkei und aus Deutschland, aus unterschiedlichen Altersgruppen, Lebensrealitäten und Projekten. „Wir hatten in diesem Jahr Projekte im Bereich Kunst, Sport, kultureller Bildung und Digitales. Das macht die Gruppe hier unglaublich divers an Interessen – aber auch an ihrem Erfahrungsstand im deutsch-türkischen Austausch“, erzählt Neslihan Aksoy, die für die Organisation der Plattform zuständig ist.

Eine Pinnwand mit Steckbriefen, die die Teilnehmer*innen am Vortag erstellt haben, hängt an der Wand. Beim spielerischen Ausfüllen dieser Steckbriefe konnten sich die Projektpartner selbst reflektieren und gleichzeitig den Anderen vorstellen: Was ist das Besondere an meiner Organisation? Wenn ich eine Sache in der Welt ändern könnte, was wäre das? Was sind meine Erwartungen an die Partner-Plattform?

Diversität als Chance

 

Für viele stehen vor allem zwei Ziele der Plattform im Vordergrund: Erfahrungsaustausch und gegenseitiges Vernetzen. „Ich freue mich auf Austausch mit Leuten, die ähnliche Einblicke im Bereich der Jugendzusammenarbeit haben. Gleichzeitig ist es schön, die Partner, mit denen man zusammengearbeitet hat, persönlich zu treffen. Und natürlich sind wir auch immer auf der Suche nach neuen Partnern und freuen uns, wenn sich hier neue Kooperationen ergeben“, sagt Eva Lietjens, die am Projekt „Design Spint Week“ beteiligt war.

Mit bunten Motivkarten haben die Teilnehmer*innen neben ihren Steckbriefe auch ihre Ziele und Werte ausgedrückt. Auf der Mind-Map, die dabei entstanden ist, ist eines immer wieder zu lesen: „Miteinander reden“. Selbst wenn die Projekte noch so unterschiedlich sind, habe diese Übung gezeigt, dass die Gruppe auf einem gemeinsamen Fundament an Werten stehe, fasst Workshop-Trainer Sener Ünal zusammen. Die Diversität müsse daher nicht nur eine Herausforderung, sondern könne vor allem auch eine Chance sein.

 

Die Jugendbrücke als „lernende Organisation“

 

Für das Team der Jugendbrücke geht es bei diesem Dialog-Format auch darum, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen: „Für uns als lernende Organisation ist es hier natürlich auch von großer Bedeutung, das Feedback unserer Projektpartner zu bekommen und bei dieser Veranstaltung gegenseitig voneinander zu lernen“, erklärt Neslihan Aksoy. „Dabei geht es auch darum, die Arbeit unserer Partner wertzuschätzen und sie mit Treffen wie diesen zu stärken. Nur so können wir auch als Türöffner wirken und Dinge proaktiv angehen.“

Aus diesem Grund kommen die Teilnehmer*innen hier in kleinen Gruppen zusammen, um darüber zu diskutieren, was sie bei zukünftigen Projekten beibehalten wollen und wo es Veränderungen geben sollte. Für Mahmut Canbay, der schon viele Jahre im deutsch-türkischen Jugendaustausch mit Theaterprojekten aktiv ist, steht fest: „Lasst uns die Arbeit mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen beibehalten. Das ist so bereichernd.“ In seiner Gruppenarbeit gemeinsam mit Elif Obmann und Henrike Moll-Cheng zeigt sich, wie das trotz Sprachbarrieren funktionieren kann: Obwohl sich alle drei nicht auf einer gemeinsamen Sprache flüssig verständigen können, funktioniert die Kommunikation durch gegenseitiges Übersetzen oder einzelne Wörter.

 

“Das hier ist erst der Anfang”

 

Nach regem Diskutieren stellt jede Kleingruppe ihre Ergebnisse vor. Die roten Zettel, auf die die Teilnehmer*innen Barrieren im Jugendaustausch geschrieben haben, doppeln sich schnell: Visa und Zeitdruck steht dort drauf. Schwierigkeiten, die angesichts des Lachens und Nickens, das durch die Runde geht, jeder der Anwesenden zu kennen scheint.

Gerade die Visa-Hürden sind wohl fürs Erste schwer abzuschaffen, aber aus dem Brainstorming geht auch eine große Bandbreite an Vorschlägen für konkrete Veränderungen hervor: Wie wäre beispielsweise ein persönliches Kick-Off-Meeting vor jedem Projekt? „Kommunikation ist immer besser, wenn man persönlich zusammenkommt“, sagt Can Tohma aus Izmir. „Deshalb wäre es auch eine Idee, Treffen wie diese vielleicht regelmäßig zwei Mal im Jahr zu machen, um neue Ideen zu entwickeln.“

Mit jeder Person, die nach vorne tritt, wird die Liste an Veränderungsvorschlägen länger. Das Team der Jugendbrücke wird dadurch besonders motiviert. „Das hier ist erst der Anfang, um all diese Veränderungen gemeinsam anzugehen“, sagt Theresa Peters.

Ein Teppich voller Visionen

 

Was die Leute dabei antreibt, sind vor allem die Erfahrungen aus den vergangenen Projekten. Wenn Simge Sönmez Alakaş beispielsweise von ihrem jüngsten Projekt „Global Playgrounds“ erzählt, tut sie das voller Elan: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass alle Teilnehmer total in das Thema eingetaucht sind. Sie waren so motiviert, haben viel gefragt und hatten eine wirkliche Leidenschaft“. Und auch Gülcan Kılıç vom Mardin Kültür Dernegi schaut zufrieden auf ihr Projekt mit Mädchen aus Mardin zurück: „Jetzt haben wir gesehen, dass wir das schaffen können und damit ein Zeichen gesetzt. Und gerade für die Mädchen hat das so viel an ihrem Selbstbewusstsein und Erfahrungsschatz gesteigert.“

„Für uns als Jugendbrücke ist es wichtig, mit euch in Kontakt zu sein, um zu sehen, wo wir Dinge besser machen können“, sagt Ceyda Özdemir vom Istanbuler Büro der Jugendbrücke.

 

Ein Kaleidoskop an neuen Ideen

 

Danach wird es Zeit, konkreten Ideen für neue Projekte Raum zu geben. Jede und jeder ist aufgerufen, mögliche Projektideen vorzustellen und an die Pinnwand zu heften. An Kreativität und Innovation mangelt es dabei nicht. Denn einzigartige Projektideen gab es auch im vergangenen Jahr – wie beispielsweise das von Özcan Camyar: Mit einem Charity-Lauf in Istanbul und in Hannover wollte er etwas im deutsch-türkischen Austausch ins Leben rufen, das so noch nicht existiert und gleichzeitig die Verbindung der beiden Länder mittels Sport sichtbar macht.

Schon bald schmücken die Pinnwand viele bunte Post-Ist mit neuen Projektvorschläge: Ein Blog für Erfahrungsaustausch und Dokumentation, Workshops zum Thema Fundraising, Trainings für Trainer*innen, ein Kunstprojekt verschiedener Kunstarten und viele weitere Vorschläge. Wenig später sitzen die Teilnehmer*innen in Kleingruppen verteilt im Raum zusammen, um die Ideen zu diskutieren und konkreter werden zu lassen.

 

Neue Verknüpfungen in jeder Hinsicht

 

Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Vielmehr soll genau hier der Raum dafür sein, um innovativ zu denken. „Auch die Jugendarbeit soll junge Leute ja genau dazu motivieren und befähigen, sich frei zu entfalten und ihre Träume und Wünsche zu äußern und umzusetzen“, sagt Sönke Peters vom Verein „Jugendbotschafter“. Auch Neslihan Aksoy wünscht sich von der Plattform, dass Synergien entstehen, die sie so nie erwartet hätte. Dass zwei der Teilnehmer nun zusammensitzen und ganz aufgeregt über eine Symbiose von Computerprogrammierung und Kunst diskutieren, mag ein solches Erlebnis ein.

So entstehen bei der Partner-Plattform neue Verbindungen zwischen Themenbereichen – vor allem aber auch zwischen Menschen. „Bei diesem Treffen wurde das Gefühl erzeugt, wirklich Teil von etwas zu sein. Das ist sehr motivierend“, sagt Simon Raiser, der Geschäftsführer vom Unternehmen „planpolitik“. Und mit dieser Motivation und vielen neuen Ideen und Kontakten für das kommende Jahr ziehen die Teilnehmer*innen weiter – zurück an ihre Standorte in Deutschland und der Türkei, wo sie an den nächsten Projekten weiterarbeiten.

Das Projekt ist Teil der Projektreihe „Continuing Unique Stories“ der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke. Die Projektreihe wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

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